annalist, die Lebensgefährtin von Andrej H., dem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (§129a StGB) vorgeworfen wird, berichtet in ihrem Blog ausführlich über die kompetent durchgeführten, professionell durchdachten und technisch versierten Überwachungsmaßnahmen des BKA, in deren Fokus sie aufgrund der Anschuldigung geraten ist.
Zwei Stunden später stand Andrej beladen mit Taschen und Tüten und zwei Aktenordnern vor dem Besuchereingang des Knasts. Seine Eltern waren auch da. Als die Wiedersehensfreude etwas abgeflaut war und wir uns auf den Weg machen wollten, zog seine Mutter einen kleinen schwarzen Beutel (!) aus der Tasche, den sie Andrej gab, damt der die beiden Ordner - Ermittlungsakten, die ihm endlich ausgehändigt worden waren, damit er sich auf den für zwei Tage später terminierten Haftprüfungstermin vorbereiten konnte - besser transportieren konnte. (...)
Am nächsten Tag fand ein an sich sehr banales Telefonat zwischen Andrej und seiner Mutter statt, in dem beide verabredeten, dass seine Eltern am folgenden Sonntag zum Kaffee kommen wollten, um den Nachmittag mit EnkelInnen und Großeltern zu verbringen. Dann fiel der historische Satz. Andrejs Mutter, im Überwacht-werden noch ungeübt, sagte: "Und dann würde ich auch gern mal über den Inhalt des schwarzen Beutels sprechen." Also darüber, was Andrej bis dahin über die Ermittlungsakten wusste. Das Resultat: am Sonntag nachmittag klingelt es an der Tür, das BKA steht davor und will "Beweismaterial sicherstellen": den schwarzen Beutel. (...)
Wir konnten es nicht recht glauben, mussten lachen und haben dann anstandslos den schwarzen Beutel ausgehändigt. Pro Forma, damit es auch eine richtige Durchsuchung ist, mussten die beiden begleitenden Beamtinnen noch in einen alten Kaminschacht gucken. Als ich sie dabei fragte, ob gleich wer ein Schild hochhält, auf dem 'Vorsicht, versteckte Kamera' steht, haben die beiden etwas gequält gelächelt.
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