„Denk ich an Deutschland in der Nacht, hab ich mich ganz schnell nass gemacht“, so die Conclusio einer neuen Studie, die zurzeit großes Aufsehen erregt:
Jeder dritte Bundesbürger glaubt nicht, dass die Demokratie Probleme löse, während in Ostdeutschland sogar 53 Prozent der Bundesbürger diese Ansicht teilen. Die verbleibenden 47 Prozent der Ostdeutschen gaben an, Demokratie sei eine feine Sache, solange dabei keine Ausländer mitmachten. Vier von zehn Deutschen zweifeln außerdem daran, dass die Demokratie überhaupt noch funktioniere, was laut Ansicht der Befragten rund ein Viertel der Deutschen sei. Lediglich 12 Prozent der Deutschen glauben, die Demokratie schon einmal im Vorbeigehen kurz gesehen zu haben, sind sich dabei jedoch nicht hundertprozentig sicher: „Ach, diese ausländischen Staatsformen sehen für uns Europäer doch alle gleich aus“. Jeder zweite kann sich vorstellen, bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht zur Abstimmung zu gehen, während 50 Prozent der Befragten angaben, generell noch nie viel Fantasie besessen zu haben. Der Rest stimmte der Aussage zu, dass dies bereits 100 Prozent seien, und stürzte sich in eine existentielle Krise.
„Ich fürchte, rund ein Drittel der Menschen hat sich schon von der Demokratie verabschiedet“, sagte Frank Karl von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung dem Tagesspiegel am Sonntag. Dies seien vor allem die Mitglieder der Koalitionsparteien CDU (95%) und SPD (alle fünf), Vertreter der Wirtschaft, sonstige Leistungsträger und allgemein „schon ziemlich, ziemlich viele Mitglieder aller anderen doofen Parteien“ (Karl Frank). Wer sich selbst als abgehängt oder arm betrachte, gehöre allerdings zu den ersten, die auf Distanz zur Demokratie gingen, woraus mit größtmöglicher Empathie gefolgert wird: „Aus persönlichem Misserfolg wird Staatsferne.“ Es sei schrecklich, so der Berufszyniker Paul von und zy Nismus, dass diejenigen, die von der Politik mit wohlmeinenden Geschenken wie der Hartz IV-Gesetzgebung gesegnet wurden, nun nicht einmal das bisschen Anstand zeigen würden, sich dafür mit gesteigertem Vertrauen in das politische Geschehen erkenntlich zu zeigen.
Viele derer, die vom System missachtet, erniedrigt und in Armut gezwungen wurden, so der schlaue Phrasendrescher Kurt Beck (zwei der fünf SPD-Mitglieder), würden nun das System dafür verantwortlich machen, anstatt sich zu fragen, ob sie nicht selbst irgendwann irgendwo eventuell ein bisschen was falsch gemacht haben könnten, zum Beispiel Bartwuchs nicht entfernt oder so, schließlich sei doch jeder seines Glückes Schmied und so weiter.
Die Befragung habe weiterhin ergeben, dass sich nur noch 62 Prozent der Bürger gerecht behandelt fühlen, während jeder Vierte (26 Prozent) sich ausdrücklich beklagt und angibt, „ungerecht“ behandelt zu werden, vor allem von seinem Partner. Hauptsächlich die schwer gebeutelten Leistungsträger der Gesellschaft, deren Leistung sich durch das reflexhafte Ausstoßen von Zynismen auszeichnet, sind mit der Gesamtsituation nicht zufrieden, seien doch die Steuern zu hoch, die Armen zu nervig, die Mauern zu niedrig, die Löhne zu wirtschaftsfeindlich, das Benzin zu teuer, die Privatschulen mit Kindern des Pöbels durchsetzt, der Golfsport von snobistischen Studenten belagert und das Wasser zu wässrig.
Nur 31 Prozent der Befragten gaben an, mit dem Glauben an eine bessere Zukunft in die kommenden Jahre zu gehen, weil ja bald wieder Weltmeisterschaft sei und man es dann allen zeigen werde. Die anderen 79 Prozent zeigten kein Interesse an Fußball, während 10 dieser Prozent darauf hinwiesen, eigentlich überflüssig zu sein, sich aber dennoch erfreut zeigten, bei der Befragung teilnehmen zu dürfen. Einhundert Prozent aller Vernunftbegabten fragten sich beim Lesen dieses Absatzes, wie oft billige Statistikwitze in diesem Artikel noch vorkommen würden, während die anderen ihre diesem Postulat innewohnende Beleidigung gar nicht erst begriffen.
Durch Anwendung hochkomplexer Verfahren konnten amerikanische Wissenschaftler bei Begutachtung der Studie herausfinden, dass offenbar gerade die Verlierer der Gesellschaft, wie Verlierer nunmal sind, nicht von der aktuellen Politik überzeugt seien. Bundesnationalmannschaftsjubelbeauftragte Angela Merkel, nebenberuflich Bundeskanzlerin, rief die Verlierer der Gesellschaft dazu auf, einfach mal Sportsgeist zu zeigen und gute Verlierer zu sein, es könne eben nicht jeder gewinnen und überhaupt mitspielen zu dürfen sei doch eine Ehre.



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