Bahnhof Darmstadt. Ein sonniger Morgen, es ist noch tiefste Nacht, also ca. 10:30 Uhr, man ist müde und steht auf dem Platz vor dem Bahnhof. Plötzlich kommt eine ältere Frau heran und spricht: erwachet. Es geht leider nicht um Kaffee, der an schläfrige Studenten verteilt wird. Wer das glaubt, wird schnell enttäuscht. Sie ist eine Zeugin Jehovas. Nicht persönlich, wahrscheinlich, aber sie gehört zur gleichnamigen Religionsgruppe.
Der Ist-Zustand: Eine ältere Frau verteilt am Bahnhof Zeitschriften. Zeit für einige Optimierungen.
Die einzige Person, die mäßiges Interesse zeigte, war eine andere ältere Frau, die zufällig anwesend war. In Relation zur großen Betriebsamkeit, die an einem Stadt-Bahnhof in der Regel herrscht, wurde nur eine sehr geringe Teilmenge der Anwesenden erreicht.
Optimierung 1: Ältere Frauen und Männer werden durch leichtbekleidete Studentinnen und Studenten ersetzt.
Leichtbekleidete Studentinnen und Studenten erwecken das Interesse der Passanten und garantieren Erfolg vor allem bei den jüngeren Generationen. Das sichert die Zukunft der Religionsgemeinschaft. Auf Grund der angespannten finanziellen Lage der aktuellen und zukünftigen Studierenden - Studiengebühren sei Dank - dürfte die Rekrutierung junger Menschen zwecks Glaubensverbreitung mittels geringem monetären Anreiz kein Problem darstellen.
Optimierung 2: Die Hefte gehen so gar nicht.
Wer will denn ernsthafte diese Hefte lesen, wenn er sich nicht sowieso schon dafür interessiert? Keiner. Geringe Reichweite. Kostenloser Kaffee, der am Bahnhof an müde Reisende verteilt wird, erweckt einen freundlichen Eindruck, und ist mittel Koffeingetränk erst einmal die erste Hürde überwunden und Kontakt hergestellt, steigt die Wahrscheinlichkeit, die jeweilige Person für eine der Zeitschriften begeistern zu können. Das verschafft ein positives Image. Damit alleine ist es allerdings nicht getan. Kostenloser Kaffee ist der erste Schritt, weiterhin sind regelmäßige Jugendtreffs, hippe Partys und lustige Events mit viel Spaß und Freude ein klares Muss. Kompromisse schließen. Dass nebenbei junge Menschen mit religiösem Kram indoktriniert werden, versteht sich von selbst. Das ist subtiler, das ist erfolgreicher, das ist effizienter. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht, sondern hat das bereits global institutionalisiert.
Dies sind nur zwei Tipps hin zu einem positiven Image. Mit Hartz4all als Image- und Verkaufsberater Ihrer Firma oder Institution wird jedes Produkt, jeder religiöse Quatsch, jede weltfremde Ideologie - kurz: jeder Scheiß - mit Begeisterung aufgenommen werden. Hartz4all lässt sich für jeden Mist engagieren, ob es sich dabei um den Verkauf von Landminen für bzw. gegen Kinder, Chemiewaffen oder das Verbreiten religiöser Intoleranz handelt. Hauptsache, es bringt Kohle. Liebe Konzernchefs, Diktatoren, Ayatollahs oder andere religiöse Führer, Drogenbarone und sonstige Interessenten, Hartz4all wartet auf Ihr Kontaktgesuch.



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