Das BatzLog fasst sehr prägnant eine Beobachtung zusammen, die auch der Hartz4all-internen Abteilung für Medienüberwachung bereits aufgefallen ist:
Egal ob Galileo, Explosiv, SternTV oder öffentlich rechtlicher Bouelvardjournalismus, überall heisst es: Los Hartz-Gesinde, zeigt mal wie weit ihr geht, für einen echt geil-unterbezahlten Job. Wie dankbar seit ihr, wenn ihr zum Bullettenschubser im Schnellfress-Restaurant ausgebildet werdet, wie sehr freut ihr euch drauf Azubi ohne Übernahmechance in einem Hotel zu sein, was machen 40jr Hausfrauen nicht alles um Putzhilfe für Superreiche zu werden.
In all diesen Shows treten Arbeitssuchende als Arbeitsplatz-Gladiatoren gegeneinander an, wobei stets nur derjenige gewinnen kann, der sich für seinen potentiellen zukünftigen Arbeitsplatz am schamlosesten erniedrigen, herumschubsen oder am stärksten ausnutzen lässt. Der unsichtbare und gleichzeitig doch allgegenwärtige Sklaventreiber, der aus dem Off die Peitsche schwingt, kommentiert das Geschehen mit süffisanten Bewertungen und Erniedrigungen, deren Zynismus kaum zu überbieten ist. Während der Gewinner am Ende der jeweiligen Sendung in die verdiente Lohnsklaverei überführt wird, enden die Verlierer in der totalen Selbstverantwortung, deren hoffnungslose Lage der Sprecher dem Zuschauer mit hörbarem Genuß und kultivierter Schadenfreude präsentiert.
Kurzum: Ein Sendeformat mit Zukunft, das in der sozialen Kälte für kuscheliges Wohl sorgt, indem man sich am Leid der anderen erwärmt. Hartz4all befürwortet derartig menschenverachtende Formate, die arbeitsfaulem Gesindel vor Augen führen, dass kein Job zu schäbig, keine Erniedrigung zu entwürdigend, keine Bezahlung zu niedrig und keine Anforderungen zu hoch sind, denn nur wer arbeitet, soll auch essen!
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