Unglaubliche Entwicklungen finden zurzeit in unserem geliebten Nachbarland Frankreich statt, wo privates Filesharing dank einer so genannten Kulturflatrate legalisiert werden könnte:
Experten prophezeien, Frankreich befände sich bei Verabschiedung eines solchen Gesetzes auf dem dunklen Weg in Richtung einer kommunistischen Diktatur.
Zahlreiche Vertreter der Musik- und Filmindustrie begaben sich nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses in die Vororte von Paris, wo sie mehrere Autos in Brand steckten und sich heftige Gefechte mit der Polizei lieferten. Noch kurz nach der skandalösen Abstimmung, in der Nacht auf Donnerstag, wurden Truppen der Content-Industrie in Marschbereitschaft versetzt, die in der Zwischenzeit das französische Parlament systematisch umstellt haben und das ordnungsgemäße Zustandekommen eines verschärften Urheberrechtsgesetzes gewährleisten sollen.
Wie zu erwarten, war von Seiten der Industrie große Bestürzung zu verzeichnen:
Hierzu ein Sprecher des Verbandes Les Rapetou der französischen Unterhaltungsindustrie gegenüber Hartz4all:
Les Rapetou: Diese weltfremden Parlamentarier wissen nicht, was sie da tun. Das sind absolut verantwortungslose Menschen! Durch ihre undurchdachte, höchstgradig verabscheuungswürdige Entscheidung stehen nun unsere Existenzen auf der Kippe...
Hartz4all: Meinen Sie damit die Künstler?
Les Rapetou: Ständig dieses Blabla; Künstler hier, Künstler da. Die Künstler sind uns scheiß egal! Wir verdienen unser Geld mühsam durch die harte Ausbeutung der Leistung anderer Menschen, und jetzt auf einmal werden unsere Arbeitsplätze bedroht! Das geht doch nicht! Jemand muss diesem Treiben Einhalt gebieten!
In EU-Kreisen hat man aufgrund der skandalösen Situation schnell angemessen reagiert und das offensichtliche Problemkind Frankreich kurzerhand aus der EU ausgeschlossen, wie ein Pressesprecher der EU-Kommission gegenüber Hartz4all erklärte:
Länder, in denen derartige Abstimmungsergebnisse möglich sind, möchten wir in der Europäischen Union ganz sicher nicht haben. Die EU ist ein seriöses Bündnis, das sich primär der Durchsetzung der verschiedensten Wirtschaftsinteressen und des freien Marktes verpflichtet fühlt, daran darf es keinen Zweifel geben. Es blieb daher keine Wahl. Wir haben neben dem sofortigen EU-Ausschluss Frankreichs außerdem beschlossen, im gesamten EU-Gebiet nicht länger »french fries«, sondern von nun an »democracy fries« anzubieten.
Allerdings wird der Gesetzesentwurf - zur allgemeinen Erleichterung - höchstwahrscheinlich nicht verabschiedet werden können, da hierfür zum einen das Einverständnis des Senats benötigt wird und zudem der französische Kultusminister bereits die Wiederaufnahme der Debatte gefordert hat. Dennoch wird Frankreich erst wieder in die EU zurückkehren können, wenn zweifelsfrei sichergestellt ist, dass sich ein derartiges Abstimmungsergebnis nicht wiederholen kann.
Die parlamentarische Endabstimmung zum Urheberrechtsgesetz wurde nun entgegen den ursprünglichen Plänen erst einmal auf das Jahr 2006 verschoben.
Hartz4all spekuliert: Vielen Abgeordneten werden zu Weihnachten hübsche Geschenke offeriert werden.
Im Rahmen der Umsetzung der heftig umstrittenen EU-Richtlinie zur Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte sollen hierzulande auch indirekt an Rechtsverletzungen beteiligte Dritte verpflichtet werden, die Identität von Verdächtigen preiszugeben. Dies erklärte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries am heutigen Montag bei der Vorstellung von Eckpunkten für eine entsprechende Gesetzesnovelle in Berlin. Die Schaffung eines solchen Auskunftsanspruchs etwa gegen Internetprovider gehört seit langem zu einem der am heftigsten umkämpften Punkte bei der Anpassung des Urheberrechts an die digitale Gesellschaft.
Im Gegensatz zur rückständigen und viel zu liberalen Gesetzgebung in Deutschland, die zu Urheberrechtsverstößen quasi direkt aufruft, wissen unsere Freunde aus Frankreich sehr genau, wie gute Gesetzgebung auszusehen hat, und präsentieren ein wunderhübsches Weihnachtsgeschenk:
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