Terrorismussympathisanten, darunter unter anderen so genannte Datenschützer und Bürgerrechtler, munkeln momentan - natürlich zu Unrecht - vom Ausverkauf der Legislative.
Gleich drei weitreichende Gesetze im Sinne der Contentindustrie befinden sich derzeit in konkreter Planung oder sind bereits in der Umsetzung: Zunächst die verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung zur Erfassung der grundlegenden Datenbasis, die selbstverständlich mit der Bekämpfung des internationalen Terrorismus begründet wurde, weiterhin der geplante Auskunftsanspruch der Contentanbieter gegenüber Providern sowie nun der 2. Korb der Urheberrechtsnovelle, der entgegen früheren Entwürfen nun ohne Bagatellklausel auskommt, schließlich gilt es, das heilige geistige Eigentum vor Asozialen zu beschützen.
Vorratsdatenspeicherung, Urheberrechtsnovelle und Auskunftsanspruch? Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal...

Auch französische Politiker haben sich zwischenzeitlich von den eigens dafür mobilisierten Truppen der Contentindustrie zu einem schärferen Urheberrecht überzeugen lassen.
Den mit Blick auf dieses Vorgehen oft geäußerten, aber unzutreffenden Vergleich mit einer Bananenrepublik sollen EU- und Regierungskreise wie folgt überzeugend entkräftet haben:
Den Vergleich mit einer Bananenrepublik, in der sich jeder die Gesetze kaufen kann, die er für richtig hält - sofern er über das nötige Kleingeld verfügt - muss ich entschieden zurückweisen! Dieser Vergleich ist haltlos, denn wie Sie sehen, wachsen hier gar keine Bananen!
Die progressiven Absichten hinter den neuen Gesetzen sind leicht zu erschließen: Arbeitslosigkeit wird nachhaltig bekämpft. Sitzt ein großer Teil der Jugendlichen erst einmal im Gefängnis, verschwinden sie aus den jeweiligen Statistiken und es sinkt die Jugendarbeitslosigkeitsquote. Gleichzeitig wird die Geburtenrate einen signifikanten Anstieg erfahren, da jede Familie bestrebt sein wird, durch hohe Kinderzahl die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, wenigstens ein Kind ohne Vorstrafe durch die Kindheit zu bekommen.
Bundesjustizministerin Zypries verteidigte den Wegfall der Bagatellklausel und setzte sich dabei mit umfassender Sachkenntnis souverän in Szene:
Auch die Industrie habe “kein Interesse, einzelne Leute zu verfolgen”. Auf den weit publizierten Fall der Strafanzeigenmaschinerie des Unternehmens Logistep angesprochen, erklärte Zypries, diesen nicht zu kennen.
Hartz4all winkt den durch Salamitaktik unterminierten Bürgerrechten und dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit freundlich nach. Zurücktreten bitte, der Zug fährt ab. Nächster Halt: Einführung umfassender Videoüberwachung und Einsatz der Bundeswehr im Inneren zum Schutz der WM vor Terrorismus.
Die Faktenlage ist eindeutig: Diebstahl und Download sind zweifellos ein und dasselbe, denn beide Begriffe beginnen mit einem D.


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