Während der für Recht und Sicherheit zuständige EU-Kommissar Franco Frattini bislang lediglich theoretische Vorschläge unterbreitet, um durch Unzugänglichmachung von Begriffen wie Bombe, Töten, Genozid oder Terrorismus nicht nur den internationalen Terrorismus aus dessen Fernuniversität zu exmatrikulieren sondern im gleichen Streich auch die deutsche Vergangenheit aus dem Internet zu entfernen, prescht Spreeblick in patriotischem Eifer voran und zensiert in vorauseilendem Gehorsam die eigene Webpräsenz.
Zudem stellt Spreeblick den eigens eingesetzten Javascript-Code allen Website-Betreibern frei zur Verfügung, um durch diesen weitsichtigen Vorstoß das Internet zu einem Ort des Rechts, der Freiheit und der Sicherheit machen zu können. Ein Vorbild für jeden guten Bürger, denn Freiheit kann nur durch Unzugänglichmachung gefährlicher Informationen und Meinungen erhalten werden!
Ewiggestrige Terrorismussympathisanten, so genannte Datenschützer und Menschenrechtler, sehen in dieser Absicht einen Verstoß gegen die Informationsfreiheit und verunglimpfen die von Frattini vorgeschlagene Maßnahme als Zensur. Sie unterstützen damit den internationalen Terrorismus!

Kennen auch Sie solche "Datenschützer" oder "Menschenrechtler"? Melden Sie sie umgehend der nächstgelegenen Heimatschutzzentrale!
EU-Kommissar Frattini stand Hartz4all zudem für einige Fragen zur Verfügung:
Hartz4all: Herr Frattini, in der Presse kursierte nur eine relativ kleine Liste von Wörtern, die Sie zu blockieren gedenken. Genannt wurden die Begriffe Bombe, Töten, Genozid und Terrorismus. Möchten Sie es bei diesen Begriffen belassen?
Frattini: Selbstverständlich nicht. Dies waren nur einige Beispiele, um das generelle Vorhaben zu erläutern. Die Liste umfasst im aktuellen Stand 934 Wörter, die in Zukunft aus dem Internet gefiltert werden sollen. Dies garantiert die Sicherheit der Menschen.
Hartz4all: Können Sie uns weitere Beispiele nennen?
Frattini: Gerne. Außerdem auf der Liste stehen Begriffe wie Politiker, Korruption, Schmiergeld, Lobbyismus, Steuerverschwendung, Vetternwirtschaft oder Hintergrundbericht, also lauter Angelegenheiten, über die der gemeine EU-Bürger eigentlich gar nichts zu wissen braucht und auch nichts wissen sollte. Weiterhin müssen die Menschen vor solch abscheulichem Gedankengut, das durch Wörter wie Demokratie, Freiheit, Datenschutz, Menschenrechte oder Anonymität ausgedrückt wird, geschützt werden. Nichts davon hat etwas mit Meinungsfreiheit oder dem Recht auf Information zu tun.
Hartz4all: Wie stehen Sie zu dem Vorwurf, es handele sich bei Ihrem Vorstoß um Zensur?
Frattini: Lächerlich! Wir verteidigen die Menschen, indem wir sie vor Begriffen, Themen und Webseiten beschützen, die sie und ihre Gedanken gefährden könnten. So entsteht eine Welt, in der nur noch solcherart Informationen zugänglich sind, die wir für angebracht und ungefährlich halten. Das hat nichts mit Zensur zu tun.
Hartz4all: Sie wiesen zudem auf Defizite in der Terrorbekämpfung hin...
Frattini: Richtig. Im Augenblick existieren nur in wenigen EU-Mitgliedsländern Möglichkeiten, eine Webseite sofort vom Netz zu nehmen, wenn wir daran Anstoß nehmen. Dies ist so nicht hinnehmbar. Ich fordere eine automatisierte Schutz-Infrastruktur bei den verantwortlichen Internet Service Providern, die die Möglichkeit bieten muss, auf Signal aus dem Brüsseler Ministerium für Wahrheit eine Webseite sofort unzugänglich zu machen. Nur so kann die Sicherheit der EU-Bürger gewährleistet werden.
Hartz4all: Haben Sie unseren Lesern noch etwas zu sagen?
Frattini: Denken Sie daran: Wer im Internet nach den Begriffen Bombe, Töten, Genozid oder Terrorismus sucht, ist ein Gefährder und sollte umgehend gemeldet werden.
Hartz4all: Herr Frattini, vielen Dank für das fiktive Gespräch.
Spitzel: Wenn Sie sagen, Datenschützer sind latente Terrorismussympathisanten, mag das zunächst hart klingen, aber es wird keine konkrete Zielgruppe angesprochen, verstehen Sie. Die Bevölkerung wird den Datenschützern in Zukunft zwar weniger Beachtung schenken, aber die Datenschützer werden ihre dreckige Hasspropaganda trotzdem weiterhin verbreiten. Wenn Sie dagegen sagen, Datenschützer betreiben Täterschutz für Pädophile, führt das entweder zu einem Lynchmob instrumentalisierter besorgter Eltern, das wäre der Idealfall, oder dem Verstummen des Datenschützers aufgrund seines schlechten Gewissens. Vielleicht begeht er sogar Suizid.



Kommentare
Mo, 25.05.2009 20:52
Köstlich & kathartisch, immer weiter so!
So, 07.12.2008 16:21
Das ist töfte, Herr Blogwart! Ich freue mich schon drauf. U nd wehe, das klappt nich [...]
So, 07.12.2008 15:31
Die Lieferung bis zum Tannenba umfest kann leider nicht gewäh rleistet werden, werter [...]