Nachdem am vergangenen Wochenende Rechtsradikale die Teilnehmer einer Kundgebung von Homosexuellen in Moskau angegriffen haben, wobei auch der teilnehmende Grünen-Politiker Volker Beck verletzt wurde, weiß Andreas Schockenhoff, Unionsexperte für obrigkeitshörigen Kulturrelativismus, mit zynischer Weisheit nachzulegen:
So bleibt von Seiten der CDU die Conclusio: Wer sich für Menschenrechte einsetzt, wie hier im konkreten Fall für die Rechte von Homosexuellen, handelt grob fahrlässig und verdient keinerlei Verständnis oder gar Unterstützung, sondern vielmehr Vorwürfe.
Moskau hat sich demzufolge medienwirksam an der Umsetzung dessen versucht, was von verschiedenster Seite in der Vergangenheit häufig gefordert wurde, nämlich sich überzeugend für die Rechte im eigenen Land einzusetzen.
Ob eben jene Forderung nun allerdings auf die radikale politische Rechte Bezug nahm oder ob damit die Einhaltung der Menschenrechte angesprochen werden sollte, konnte in Moskau offenbar nicht ganz zweifelsfrei geklärt werden, sodass man sich augenscheinlich dafür entschied, den Schutz für die gewaltbereite politische Rechte zu gewähren, während die Menschenrechte auf der Strecke blieben - eine international weit verbreitete Verwechslung, mit der viele Staaten ein Problem haben.
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